Absalzautomatik

posted am: 2 August 2017

Infolge der Wasserverdunstung kommt es in offenen Kühlkreisläufen der Kühltürme und Luftwäscher zur Salzanreicherung des Umlaufwassers. Da die Salzkonzentration bestimmte Werte nicht überschreiten darf, wird sie durch die jeweilige Konzentration durch die Absalzautomatik und die Zusatzwassernachspeisung überwacht und geregelt. Für diese Aufgaben setzen Unternehmen modernste Technik ein. Außerdem müssen den Vorschriften entsprechend ständig mehrere Parameter des Umlaufwassers überwacht werden, damit einer Verkeimung des Umlaufwassers entgegengewirkt wird. 

Die Absalzautomatik, angeboten von der Weidner Wassertechnik GmbH Stephan Meißner, wird zur leitfähigkeitsgesteuerten Absalzung sowie zur Temperaturüberwachung bei offenen Kreisläufen von Kühltürmen und Luftwäscheranlagen eingesetzt und muss entsprechend den Anforderungen der Abwasserverordnung (AbwV) über eine Sperrfunktion der Abflutung (Absalzung) während der Bioziddosierung verfügen. Moderne Anlagen sind mit einer automatisierten Absalz- und Dosiersteuerung des Kühlwasserkreislaufes ausgestattet. Häufig ist außerdem eine elektronische Betriebsdatenspeicherung integriert und es besteht die Möglichkeit einer Fernwartung über Ethernet. Neben der automatischen Dosierung von Inhibitoren, dem Korrosionsschutz und der Biozide können manche Systeme zusätzlich um eine pH-Wert Messung ergänzt werden. Die Funktionen werden von den professionellen Anwendern mit Hilfe einer intuitiv aufgebauten Steuerung über ein Touchpanel kontrolliert. 

Zu Dokumentationszwecken werden alle zugänglichen betrieblichen Parameter erfasst und können anschließend in einer Tabelle exportiert werden. An die Kühlwasserbehandlung werden durch die Vorschrift VDI 2047-2 hohe Anforderungen gestellt. Ein hygienisch einwandfreier Betrieb muss stets gewährleistet sein. Auf Grund der technischen Gegebenheiten von Absalzanlagen können sich Aerosole bilden, die sich bei unsachgemäßem hygienischem Betrieb in einigen Fällen mit Legionellen anreichern. In der Vergangenheit führte dies bei einigen Personen, die der Belastung ausgesetzt waren zu gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen. Durch den Einsatz moderner Systeme soll eine hohe Prozesssicherheit gewährleistet und Risiken für die Gesundheit vermieden werden. 

Um Kalkablagerungen möglichst gering zu halten, wird das Kühlwassersystem in einem definierten Leitfähigkeitsbereich gehalten. Festgelegt wird der Leitfähigkeitsbereich durch die jeweils genutzten Behandlungsprodukte, die Wassertemperatur sowie die Wasserzusammensetzung. Mit einer Inhibitor-Dosierpumpe besteht die Möglichkeit einer Unter- und Übersetzung der Wasserzählimpulse. Die Steuerung besitzt ebenfalls Einfluss auf die Dosierung von Bioziden. Zur Gewährleistung eines möglichst kalkfreien Betriebs wird eine Vorabsalzung vorgenommen. Nach erfolgter Dosierung wird während der Wirkzeit des Biozides eine Absalzsperre festgelegt. Dadurch werden Mikroorganismen in einer nachgeschalteten Kläranlage geschützt. Um eine Resistenz gegen die Wirkstoffe zu verhindern, werden Biozide als Stoßdosierung in einen Kühlkreislauf eingebracht. 

Vor der Inbetriebnahme einer Kühlturmventilation muss eine Entkeimung des Kühlwassers durchgeführt werden. Auch Kühlsysteme, die nicht kontinuierlich betrieben werden, müssen einen einwandfreien hygienischen Zustand aufrechterhalten. Wenn eine hohe mikrobiologische Belastung des Kühlwassers vorliegt, ist auch nach der Biozidbehandlung eine Belastung des Kühlwassers durch abgestorbene Mikroorganismen vorhanden. Nach Ablauf der Absalzsperre kann eine Kühlanlage durch die automatische Zwangsabsalzung nicht sofort in den Regelbetrieb übergehen. Zuvor wird die abgestorbene mikrobiologische Fracht über das Absatzventil ausgeschleust. 

Moderne Systeme ermöglichen dabei sogar eine Fernübertragung aller gespeicherten Messdaten. Auch eine Fernwartung der Systeme kann vorgenommen werden. Komplettlösungen werden sowohl von deutschen und internationalen Herstellern entwickelt. Zu den großen Vorteilen innovativer Systeme zählt die hohe Flexibilität. Durch ein problemloses Einbinden in bestehende IT-Netze ist die Möglichkeit einer einfachen Kühlwasser-Kontrolle ebenso gegeben wie die ständige Überwachung des Anlagenzustandes.

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